Klimapolitik

Energiekrise: FDP zweifelt an Vorziehen des Kohleausstiegs

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Braunkohle in Deutschland: Dörfer kämpfen ums Überleben

Braunkohle in Deutschland- Dörfer kämpfen ums Überleben

Obwohl Deutschland bis spätestens Ende 2038 aus der Kohleenergie aussteigen will, wird weiter am Betrieb des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler II festgehalten. Kohlegegner befürchten, dass für den Ausbau des Tagebaus noch weitere Dörfer zerstört werden.

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Berlin.  Deutschland soll schon 2030 aus dem Kohlestrom aussteigen – doch angesichts der Energiekrise hegt die FDP große Zweifel an dem Termin.

Trotz Energiekrise und Warnungen vor einem Blackout pochen die Grünen auf einen Kohleausstieg bis 2030. „Es ist notwendig, dass wir 2030 aus der Kohle aussteigen – allein schon, um unsere Klimaziele zu erreichen“, sagte Parteichefin Ricarda Lang unserer Redaktion.

Eine sichere Energieversorgung und der Kampf gegen die Klimakrise seien zwei Seiten derselben Medaille, so Lang. „Wer beides gegeneinander ausspielt, setzt wissentlich unsere Handlungsfähigkeit und die Freiheit künftiger Generationen aufs Spiel. Niemand kann es sich erlauben, so zu tun, als könnte das Klima jetzt mal warten.“ Lesen Sie auch: Bremse für Strompreis kommt: EU unterstützt Ampel-Pläne

Der Koalitionspartner FDP äußerte erhebliche Zweifel, ob sich ein Kohleausstieg trotz der Energiekrise von 2038 auf 2030 vorziehen lässt. „Der Kohlegipfel mit dem Bundeskanzler hat gezeigt, wie schwierig es werden könnte, gerade in der aktuellen Situation das Wollen vor das Können zu setzen“, sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai unserer Redaktion.

FDP-Generalsekretär Djir-Sarai: „Drohenden Energieengpass bezwingen“

„Die klimapolitischen Ziele sind außerordentlich wichtig. Diese sind aber nur zu erreichen, wenn wir den drohenden Energieengpass bezwingen.“ Djir-Sarai betonte: „Die Koalition muss hier einen gemeinsamen Weg finden, der keinen Energiefaktor unberücksichtigt lässt.“ Auch interessant: Heizkosten: So finden Sie Fehler auf der Gasrechnung

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte am Wochenende vor flächendeckenden Stromausfällen in Deutschland gewarnt. „Die Gefahr eines Blackouts ist gegeben“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Welt am Sonntag“. Landsberg warnte konkret vor der Gefahr einer „Überlastung des Stromnetzes. Etwa wenn die 650.000 in diesem Jahr verkauften Heizlüfter ans Netz gehen, sollte die Gasversorgung ausfallen.“

Energiekrise – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verspricht: „Wir kommen da durch.“

Auch feindliche Hackerangriffe seien möglich. Deutschland sei ungenügend gerüstet. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) versprach dagegen am Wochenende mit Blick auf die Energiekrise: „Wir kommen da durch.“ Mehr zum Thema: So viel Strom verbrauchen deutsche Haushalte im Schnitt

Ein Stromnetz-Stresstest der Bundesregierung kam kürzlich zu dem Ergebnis, „dass stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem im Winter 22/23 zwar sehr unwahrscheinlich sind, aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden können“. Experten halten das deutsche Stromnetz allerdings für gut gewappnet. „Die Angst ist zu einem großen Teil Panikmache“, sagte Energieexperte Christoph Maurer vom Beratungsunternehmen Consentec dem Sender n-tv. (mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.