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Charles III.: Das sind die überraschenden Hobbys des Königs

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Charles III. förmlich zum britischen König ausgerufen

Charles III. förmlich zum britischen König ausgerufen

Charles III. ist in einer historischen Zeremonie förmlich zum neuen britischen König und Nachfolger der am Donnerstag verstorbenen Königin Elizabeth II. ausgerufen worden. An der live im britischen Fernsehen übertragenen Zeremonie nahmen unter anderem Königsgemahlin Camilla und Charles' Sohn und Thronfolger William teil.

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Berlin.  Charles liebt die Natur: Seine Hobbys sind Wandern und Landwirtschaft. Doch er hat noch private Seiten, die kaum einer von ihm kennt.

Er ist nicht nur leidenschaftlicher Landwirt, sondern auch ein talentierter Künstler: König Charles III. hat sich in seiner langen Zeit als Prinz einen Namen als Maler und Schriftsteller gemacht.

Erstmals wurde eines seiner Aquarelle 1977 auf Schloss Windsor ausgestellt. Zu seinen Lieblingsmotiven gehören das Anwesen um Schloss Balmoral in Schottland und das Sandringham House in der englischen Grafschaft Norfolk. Während die Originale unverkäuflich sind, gehen die Einnahmen von Nachdrucken seiner Gemälde an wohltätige Zwecke.

Charles geht eben nicht nur gern als Wanderer durch die Natur – er hält sie auch auf seinen Bildern fest. Immer wieder stellte er in seiner Stiftung „The Prince’s Foundation“ Landschaftsgemälde aus. Die bislang größte Ausstellung war vor wenigen Monaten in Chelsea zu sehen und trug den Titel „The Garrison Chapel“: Aquarellle mit landschaftlichen Szenen aus Schottland, Frankreich oder Tansania.

Das Malen hatte für Charles einen therapeutischen Nutzen

Beim Aquarellmalen gelange er in gewisser Weise in „andere Dimension“, sagte er gegenüber britischen Medien. Richtig zufrieden war er dabei nie mit sich. „Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass meine Skizzen großartige Kunst oder ein aufstrebendes Talent repräsentieren“, so Charles.

Das Fotografieren habe er auch mal probiert. Allerdings habe es ihm nicht so viel Spaß gemacht. Beim Malen allerdings könne er auch einen therapeutischen Nutzen sehen, verriet Charles, ältester Sohn der verstorbenen Queen: „Man wird sich zunehmend der Dinge bewusst, die einem vorher vielleicht entgangen sind – Dinge wie die Qualität von Licht und Schatten, von Ton und Textur und der Form von Gebäuden im Verhältnis zur Landschaft.“

Nicht nur die Malerei gehört zu seinen privaten Beschäftigungen. Der neue König ,verheiratet mit Queen Consort Camilla, schreibt auch. So verfasste er das Drehbuch zum Dokumentarfilm „A Vision of Britain“, den die BBC im Oktober 1988 ausstrahlte. Darin prangerte er über 75 Minuten die moderne Baukunst an – und stieß so manchen britischen Architekten vor den Kopf.

In seinen Büchern kritisierte er massiv die Hochhausarchitektur

Ein Jahr später setzte er mit dem gleichnamigen Buch (deutsch: „Die Zukunft unserer Städte“) zum Rundumschlag an: Betonbunker und Glastürme seien ihm ein Graus.Später zeigte sich der Naturfreund und Umweltschützer in seinem Buch „The Elements of Organic Gardening“ (2007), wie er in seinem Landsitz Highgrove biologischen Gartenbau betreibt.

Hinter „Harmony: A New Way of Looking at Our World“ („Harmonie: Eine neue Sicht unserer Welt“) von 2010 verbarg sich später seine massive Kritik am Umgang mit der Natur. Der Mensch sei schuld, dass die Erde ihre Balance verliere.

Charles schrieb ein Kinderbuch für seine jüngeren Brüder

Im Januar 2017 veröffentlichte Charles als Co-Autor den rund 50 Seiten dünnen Band „Climate Change“, der verständlich über die Ursachen und Gefahren des Klimawandels informieren soll.

Wenig bekannt ist, dass Charles auch Belletristik verfasste: Das Kinderbuch „The Old Man of Lochnagar“ schrieb er ursprünglich für seine jüngeren Brüder Andrew und Edward. Nach der Veröffentlichung 1980 wurde das Buch über einen Mann, der in einer Höhle am Berg Lochnagar lebt, unter anderem in einen Trickfilm und ein Musical adaptiert.

„Sein oder Nicht-Sein“: Charles stand als Hamlet auf der Bühne

Auch in der hohen Literatur war Charles schon unterwegs. 1995 gab er seine Lieblingswerke von William Shakespeare heraus. Anlässlich des 400. Todestages des Dichters schlüpfte er im April 2016 sogar in die Rolle des dänischen Prinzen Hamlet und deklamierte auf der Bühne die berühmten Worte „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“. Einige Jahre zuvor hatte er schon für den britischen Tag der Dichtung das Poem „Fern Hill“ von Dylan Thomas als Audio-Datei eingesprochen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.