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Abgestürzter Prinz Andrew feiert Geburtstag in Verbannung

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Prinz Andrew erzielt in Missbrauchsverfahren Einigung mit Klägerin

Prinz Andrew erzielt in Missbrauchsverfahren Einigung mit Klägerin

Der britische Prinz Andrew hat in dem Missbrauchsverfahren in New York eine außergerichtliche Einigung mit der Klägerin Virginia Giuffre erzielt. Das gab Giuffres Anwalt David Boies am Dienstag in einem Schreiben an das zuständige New Yorker Bundesgericht bekannt.

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London.  Prinz Andrew wird 62 Jahre alt. Für ihn kein fröhlicher Geburtstag: Die Familie hat ihn kaltgestellt, beim Volk ist er unten durch.

Der Skandalprinz ist verschwunden. Öffentlich ist nicht bekannt, wo Andrew seinen 62. Geburtstag am Samstag verbringt – die Teestunde zu Ehren des abgestürzten Herzogs von York dürfte eine tieftraurige Angelegenheit werden.

Seine Familie tut so, als existiere er nicht. Die Töchter Prinzessin Beatrice (33) und Prinzessin Eugenie (31) werden ihrem Vater öffentlich wohl kaum gratulieren, um nicht selbst zur Schießscheibe der Boulevardpresse zu werden.

Und Queen Elizabeth (95), die Mutter, wird voraussichtlich nicht einmal ein niedliches Kinderfoto ihres angeblichen Lieblingssohns auf Instagram veröffentlichen lassen, wie sie es noch zu seinem 60. tat. Die Royals ergeben sich ihrer Katerstimmung. Mehr zum Thema: Missbrauchsklage – Prinz Andrew erzielt Einigung mit Klägerin

Andrew soll „in Schande“ leben

Wenige Tage ist es her, dass Andrews Anwälte einen außergerichtlichen Vergleich mit seiner Anklägerin Virginia Giuffre (38) getroffen haben, die behauptet, als 17-Jährige von ihm missbraucht worden zu sein. Seit der millionenteuren Einigung ist klar, dass es für ihn kein womöglich peinliches Gerichtsverfahren und keine Verurteilung geben wird. Andrew hat juristisch als unschuldig zu gelten.

Nur schert das die britische Öffentlichkeit herzlich wenig. „Er muss sich vollständig aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und seinen Ruhestand in Schande verbringen“, schäumt die Zeitung „Sun“. Und der „Guardian“ meint: „Das vernichtende Urteil, das bereits vom Tribunal der öffentlichen Meinung gefällt wurde, wird durch Prinz Andrews Entscheidung, nicht vor Gericht zu kämpfen, nur noch bestätigt.“

Ausgerechnet der Mann, der als Pilot Einsätze im Falkland-Krieg flog und Anfang der 80er-Jahre als begehrenswertester Junggeselle des Landes galt, wird kaltgestellt. Während sich Thronfolger Prinz Charles (73) auf seine Krönung vorbereitet, hat er seinen jüngeren Bruder in die Verbannung geschickt. Er soll Andrew auferlegt haben, seinen bisherigen Wohnort Schloss Windsor zu verlassen und sich „außer Sichtweite“ zu begeben. Man wolle vermeiden, dass er im Umfeld der königlichen Familie fotografiert werde. Lesen Sie hier: Nach Maxwell-Urteil – Prinz Andrew droht Komplett-Demontage

Die Regierung ordnete für seinen Geburtstag, anders als noch im vergangenen Jahr, keine Beflaggung an offiziellen Gebäuden an. Und die Stadt York möchte die Beziehung zum ungeliebten Herzog kappen: „Nachdem die Queen ihm seine militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften entzogen hat“, wettert Yorks Kulturbeauftragter, „wollen wir die Verbindung unserer großartigen Stadt mit Prinz Andrew beenden und ihm seine Ehrenbürgerwürde aberkennen.“

Andrew kann nicht zahlen – Queen springt ein

Der Prinz steht da als entehrter Einzelkämpfer. Als reiner Privatmann, der bei den Royals nichts mehr zu sagen hat. Freilich zählt der Herzog lange schon nicht mehr zu den Lieblingen der Briten: Affären und ungeschicktes Verhalten auf dem politischen Parkett ziehen sich wie ein roter Faden durch sein bewegtes Leben.

Etwa als er mitten in der Wirtschaftskrise Bankerboni verteidigte. Oder als er den Sohn des damaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi (†2011) empfing. Jetzt aber erreicht seine Popularität einen Tiefpunkt.

Andrew hat nun einen knappen Monat Zeit, um umgerechnet mehr als 14 Millionen Euro aufzubringen – nur dann tritt der Vergleich in Kraft. Das Geld wird die Queen aller Voraussicht nach teilweise aus ihrem Privatvermögen zahlen, da Andrew über kein nennenswertes Einkommen verfügt. Auch interessant:70 Jahre Königin – Wie die Queen zur ewigen Pop-Ikone wurde

Der britischen Presse zufolge hat er kürzlich zwar sein luxuriöses Ferienhaus in der französischen Schweiz für umgerechnet 21 Millionen Euro verkauft. Allerdings habe er wegen des vor acht Jahren gekauften Chalets noch erhebliche Schulden. Die Queen kann als Besitzerin diverser königlicher Kronländer ein paar Millionen locker aufbringen.

Wird Andrew irgendwann wieder auftauchen? Ihm nahestehende Quellen sagten dem „Mirror“, er beteuere immer noch „vollständig seine Unschuld“ – und vertraue darauf, dass er „einen Weg zurück ins öffentliche Leben finden kann“. Sonst glaubt daran allerdings kaum jemand.