Weltall

Das ist der Unterschied zwischen Asteroiden und Meteoriten

| Lesedauer: 6 Minuten
Gefahren aus dem Weltraum abwehren: Das ist die DART-Mission

Gefahren aus dem Weltraum abwehren: Das ist die DART-Mission

Mit der DART-Mission wollen NASA und ESA eine Raumsonde mit einem kleinen Asteroidensystem kollidieren. Die unbemannte Mission gilt als Testlauf.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Im All bewegen sich unzählige Asteroiden. Landen ihre Bruchstücke allerdings auf der Erdoberfläche, spricht man von Meteoriten. Warum?

Im Weltall fliegen zahlreiche Objekte herum, die sich für die meisten Menschen gar nicht so leicht unterscheiden lassen. Dabei bewegen sich zwischen der Sonne und den acht Planeten unseres Sonnensystems Millionen von einzelnen Kleinkörpern, die jeweils interessante Eigenschaften und Entdeckungsgeschichten zu bieten haben. Auch die Asteroiden gehören zu jener Gruppe. Doch was macht sie so besonders – und wie kommt es dazu, dass sie irgendwann zu Meteoriten werden?

Grundsätzlich lässt sich der Unterschied zwischen Asteroiden und Meteoriten leicht erklären: Asteroiden sind astronomische Kleinkörper im All. Brechen Einzelteile von den Ursprungskörpern ab, treten in die Erdatmosphäre ein und landen als kosmisches Gestein auf der Erdoberfläche, nennt man diese Meteoriten. Solange sich die Bruchstücke im All befinden, heißen sie übrigens Meteoroiden.

Asteroiden: Sternähnlich, aber keine Sterne

Zunächst lohnt sich aber ein Blick auf die Mutterkörper, die Asteroiden. Ihr Name bedeutet “sternähnlich" und kommt daher, dass sie im Teleskop winzig klein und so zahlreich erscheinen wie Sterne. Tatsächlich sind die Asteroiden aber weder Sterne, noch Planeten, sondern zählen zur Klasse der Kleinkörper, die sich auf einer Bahn um die Sonne herum bewegen. Sie sind ungleichmäßig geformt, weil ihre Gravitation zu schwach ist, um aus ihnen eine Kugel zu bilden.

Im Grunde genommen sind die Asteroiden felsige Gebilde, die bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben sind – ähnlich wie Kometen. Im Gegensatz zu den steinigen Asteroiden bestehen letztere aber aus flüchtigen Materialien wie Wasser und Kohlenmonoxid, die durch die Entfernung der Kometen zur Sonne gefroren sind. Genau wie die Asteroiden gehören auch die Kometen und die Meteoroiden zur Klasse der Kleinkörper.

Den ersten Asteroiden entdeckte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi Anfang des Jahres 1801, das Objekt erhielt bei späteren Forschungen den Namen Ceres. Allerdings fällt Ceres seit einer neuen Auswertung der Internationalen Astonomischen Union (IAU) wegen seiner Eigenschaften seit dem Jahr 2006 unter die Klasse der Zwergplaneten.

Mehr als 1 Millionen Asteroiden wurden bereits entdeckt

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA zählte im Juli 2021 insgesamt 1.113.527 Asteroiden im Sonnensystem. Diese Zahl ändert sich allerdings ständig, weil immer wieder neue Asteroiden entdeckt werden. In ihrer Gesamtmasse seien alle bisher entdeckten Asteroiden zusammen übrigens kleiner als unser Mond, erklärt die NASA, und das obwohl manche von ihnen sogar einen oder zwei eigene Monde haben.

Die meisten Asteroiden liegen zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter. In diesem sogenannten “Asteroiden-Hauptgürtel" schweben unter anderem die großen Asteroiden Pallas, Juno, Vesta, Astraea und Hebe. Auch Ceres ist ein Objekt aus dem Asteroidengürtel. Die Durchmesser der Asteroiden reichen dabei von etwa zehn Metern bis hin zu mehreren hundert Kilometern. Ceres hat beispielsweise einen mittleren Durchmesser von 964 Kilometern, der größte Asteroid, Pallas, hat einen Durchmesser von 546 Kilometern.

Um mehr über die Asteroiden herauszufinden, setzen Forschende Raumsonden ein. Die deutsch-japanische Raumfahrtmission “Destiny+” etwa soll 2024 zum Asteroiden Phaeton fliegen. Er gilt als Ursprung des Meteorstroms der Geminiden.

Meteoriten sind für die Forschung extrem wichtig

Solange Meteoriten im All sind, heißen sie eigentlich Meteoroiden. Meteoroiden sind Bruchstücke aus Asteroiden oder Kometen, auch Kometenstaub gehört zu dieser Kategorie. Treten die Meteoroiden in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie durch die Geschwindigkeit und die Reibung der Luft zur Meteoren oder Feuerbällen. Landen diese verglühten Überreste auf der Erde, spricht man schließlich von Meteoriten. Wegen ihrer chemischen Zusammensetzung gehören sie zur Kategorie der Gesteinen.

Mehr zum Thema:

Zwischen der Abtrennung vom Ursprungskörper und dem Eintritt in die Erdatmosphäre können Millionen von Jahre vergangen sein. Weil Meteoriten der einzige irdische Zugang zum Sonnensystem sind, sind sie für Forschungszwecke extrem wichtig.

Der NASA zufolge zerbrechen die meisten Meteoroide beim Eintritt in die Erdatmosphäre in so viele kleine Einzelteile, dass es in der Regel weniger als fünf Prozent des ursprünglichen Körpers bis zur Erdoberfläche schaffen. Die Überreste von Meteorschauern schaffen es beispielsweise nur in winzigen Partikeln auf den Erdboden – wenn überhaupt.

Die meisten Meteoriten stammen von Asteroiden

Die meisten Meteorite stammen von Asteroiden, obwohl auch Exemplare vom Mars oder vom Mond gefunden wurden. Forschende vermuten, dass auch Elemente der Planeten Merkur und Venus auf der Erde gelandet sind. Für diese Theorie gibt es bisher aber keine eindeutig identifizierten Beweisstücke.

Auch interessant: Außerirdische? US-Geheimdienste legen UFO-Berichte offen

Der Datenbank des “Meteoritical Bulletin” zufolge wurden bisher mehr als 67.000 Meteoriten entdeckt. Viele fallen allerdings über unbewohnten Gebieten ab, die eigentliche Anzahl dürfte daher höher sein. Meteoriten sind dabei gar nicht so einfach von anderem Gestein zu unterscheiden.

Dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge sind Meteoriten dichter als andere Steine, haben eine matte Oberfläche und eine schwarze oder braune Kruste. Sie sind zudem magnetisch, kompakt und massiv und zeigen an einer angeschliffenen Ecke einen metallischen Glanz.

Wer einen Meteoriten finden will, braucht allerdings viel Glück und Geduld. Oder eine Reisemöglichkeit: In den nordafrikanischen Wüsten und in der Antarktis tauchen besonders viele der kosmischen Steine auf.