Küste

Welche giftigen Tiere im Ostsee-Urlaub für Gefahr sorgen

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Urlaub an der Ostsee 2021

Urlaub an der Ostsee 2021

Schleswig Holstein öffnet wieder für Touristen. Das gibt es beim Ostsee-Urlaub zu beachten.

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Berlin  Wer an die Ostsee reist, rechnet nicht mit gefährlichen Tieren. Dabei gibt es durchaus giftige Zeitgenossen. Worauf Sie achten sollten.

  • Ein Ostsee-Urlaub gehört nicht gerade zu den Ereignissen, in denen man mit giftigen Tieren in Kontakt kommt - denkt man zumindest
  • Doch auch an der Küste in Deutschland gibt es einige Tiere, die giftig sind und Schmerzen auslösen können
  • Welche das sind und worauf machen im Urlaub an der Ostsee achten sollte, lesen Sie hier

Während bei Fernreisen das Risiko durch Schlangen, Skorpione und Co. in vielen Regionen einkalkuliert wird, rechnen Urlauber an der deutschen Küste eher nicht mit unangenehmen Überraschungen durch giftige Tiere. Dass aber auch an der Ostsee Gefahren lauern, musste Mitte Juni ein Angler am eigenen Leib erfahren: Er wurde von einem giftigen Fisch gestochen und hat dadurch einen Rettungseinsatz auf See ausgelöst.

Die Wahrscheinlichkeit, eine lebensbedrohliche Verletzung durch einen Biss oder Stich an der Ostseeküste davonzutragen, ist zwar sehr gering - aber trotzdem vorhanden. Wir erklären, um welche giftigen Tiere Sie an der Ostsee einen großen Bogen machen sollten.

Petermännchen: Freundlicher Name, giftiger Fisch

Das Petermännchen ist ein giftiger Fisch, der unter anderem in der Ostsee vorkommt. Laut Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn (GIZ Bonn) ruft sein Stich schwere Schmerzen und Schwellungen hervor. In seltenen Fällen kann es zu Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen kommen.

Auch ein 37-jährige Angler wurde Mitte Juni südwestlich vor Fehmarn von einem Petermännchen gestochen, als er den Fisch vom Angelhaken lösen wollte. Ein Seenotrettungsboot brachte ihn daraufhin zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus aufs Festland.

Die GIZ Bonn rät dazu, beim Schwimmen Badeschuhe zu tragen, denn die bis zu 50 Zentimeter langen Fische graben sich oft im Sand ein, wo sie schlecht zu erkennen sind. Anglerinnen und Angler sollten Handschuhe tragen, wenn sie den Fisch von der Angel nehmen. Im Falle eines Stichs sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Ist dies nicht möglich, kann als Erste-Hilfe-Maßnahme das Eintauchen der betroffenen Stelle in ungefähr 45 Grad warmes Wasser erfolgen.

Feuerquallen: Kontakt löst brennenden Schmerz aus

Wer schon einmal in der Ostsee geschwommen ist, wird dabei höchstwahrscheinlich mindestens einer Qualle begegnet sein. Dies ist erstmal kein Grund zur Beunruhigung, denn nicht alle Arten sorgen bei einer Berührung für unangenehmes Brennen. Die umgangssprachlich als "Feuerquallen" bezeichneten Exemplare hingegen schon: Wie das Land Schleswig-Holstein auf seiner Webseite erklärt, ist in der Ostsee beispielsweise die Gelbe Nesselqualle anzutreffen, die auch Gelbe Haarqualle genannt wird.

Hautkontakt mit dem glibberigen Tier mit der gelbbraunen Färbung im Inneren führt demnach zu Brennen, Juckreiz, Schwellungen und manchmal sogar zu Blasenbildung. In seltenen Fällen können Magen- und Darmbeschwerden sowie Atem-, Herz-Kreislauf- oder Bewusstseinsstörungen auftreten.

Zur Vorsicht sollten Badeurlauber auf nesselnde Quallen achten und gegebenenfalls auf das Baden verzichten. Auch tote Exemplare können Reaktionen auslösen, weshalb auch beim Strandspaziergang die Augen offen gehalten werden sollten. Lesen Sie dazu: Baden in der Ostsee: Eine App soll Quallen vorhersagen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme nach einer Berührung sollten auf der Haut verbliebene Tentakel mit Meerwasser abgespült werden ohne sie dabei versehentlich mit der Hand anzufassen. Anschließend kann eine Brandsalbe die unangenehmen Symptome lindern. Bei schweren Symptomen muss umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Schlangen: Kreuzottern auf Ostseeinseln verbreitet

Doch nicht nur beim Baden sollten Urlauberinnen und Urlauber an der Ostsee aufmerksam sein: Auch beim Wandern kann man giftigen Zeitgenossen über den Weg laufen. Auf den Ostseeinseln Rügen und Hiddensee gibt es Kreuzottern, wie die "Ostsee-Zeitung" berichtet.

Kreuzottern sind bis zu 70 Zentimeter lange Schlangen mit variablen Färbungen und Zeichnungen, wie GIZ Bonn erklärt. Die Tiere seien in der Regel tagaktiv, bei Hitze aber auch in der Dämmerung oder nachts anzutreffen. Zu ihrem Lebensraum zählen Moore, Heide oder Wälder.

Der Biss einer Kreuzotter ist laut GIZ Bonn sehr schmerzhaft: Es kommt demnach zu einer starken Schwellung mit blauroter Verfärbung. Besonders tückisch: Bei schweren Vergiftungen könnten Schmerzen gänzlich fehlen. Anschließend sei eine Lymphknotenentzündung möglich, auch Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Blutdrucksenkung könnten auftreten. Schlimmstenfalls könne es zu einer tödlichen Atemlähmung kommen.

Um den schmerzhaften Schlangenbiss zu vermeiden, sollten Urlauber in der Natur festes Schuhwerk und lange Hosen tragen - und darauf achten, wohin sie treten. Im Falle eines Bisses rät GIZ Bonn dazu, die betroffene Extremität ruhigzustellen und flach zu lagern, während der Transport in die Arztpraxis oder ins Krankenhaus erfolgt. Der Biss dürfe weder ausgesaugt noch ausgeschnitten werden. Auch Stauungs- oder Kompressionsverbände seien zu vermeiden.

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(mit dpa)