Gifhorn. Im neuen Ganztags-Zentrum gibt es keine getrennten WCs mehr. Darum reagiert der Ortsrat mit „gemischten Gefühlen“ auf das Konzept.

Vor nicht allzu langer Zeit galt getrennter Unterricht für Mädchen und Jungen in Naturwissenschaften oder Sport noch als pädagogisch fortschrittlich. Die Toiletten am künftigen Ganztags-Zentrum an der Kästorfer Isetalschule will die Stadt Gifhorn nun aber als Unisex-Toiletten für Grundschüler:innen bauen. Der Ortsrat war von dem Konzept in dieser Woche noch nicht vollends überzeugt. Es gab drei Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen.

Unisex gegen Vandalismus auf Schulklos?

Ortsbürgermeister Jürgen Völke (Unabhängige) wertete das Konzept als „soweit schlüssig“. Dennoch habe der Ortsrat mit „gemischten Gefühlen“ reagiert und die Planung hinterfragt. Die Begründung der Verwaltung, auf diesem Weg den Vandalismus auf den Schulklos zu unterbinden, verfing Völke zufolge „teils, teils“.

In dem Konzept heißt es: Die Ausgestaltung der WC-Anlagen „wird in der weiteren Bearbeitung mit dem Ziel der Umsetzung von Unisex-Toiletten angepasst.“ Der zugehörige aktuelle Planentwurf des Stendaler Architekturbüros Planquadrat Klug vom 7. Mai zeigt allerdings bereits ausschließlich Unisex-Toiletten neben drei Ganztags-Gruppenräumen einem 100 Quadratmeter großen Speisesaal nebst Ausgabeküche sowie einer Bibliothek. Der Planungsentwurf sei mit den Nutzern vor Ort abgestimmt, versichert das Rathaus.

Aus für den Hort Abenteuerland

Ähnlich wie an der Wilscher Grundschule soll das Ganztagskonzept einen bestehenden Hort ablösen. In Kästorf endet 2026 die Ära des Horts „Abenteuerland“, der zwei Unterrichtsräume der Schule für die Nachmittagsbetreuung nutzte. Die Klassenräume brauche die Schule aber wieder selbst bei insgesamt acht Klassen, also zwei pro Jahrgang eins bis vier, erläutert die Verwaltung.

Der Ganztags-Anbau wird deutlich größer und kostet entsprechend viel. Die Stadt rechnet mit 4,75 Millionen Euro, hofft zugleich auf 1,9 Millionen Euro Fördermittel aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau des Landes.

Kosten liegen bei 4,75 Millionen Euro

Der Ganztags-Komplex schmiegt sich an den hinteren Teil des Dorfgemeinschaftshauses entlang des Schulhofs an. Teile des DGH werden umgewidmet. Außerdem werden dessen Eingang, die Küche und WC-Anlagen erneuert und umgebaut. Der bisherige Multifunktionsraum wird laut Plan im Eingangsbereiche vor dem Gebäude neu platziert und ist dann auch einzeln nutzbar.

Zeitlich setzt die Stadt auf Tempo. Der Bauantrag soll bis Ende 2024 gestellt sein. Die Bauarbeiten selbst sollen im Frühjahr 2025 beginnen und 2026 rechtzeitig zur kommenden Ganztags-Pflicht an Grundschulen abgeschlossen sein.

Bürgerpreis für SSV-Familienduo

Den Bürgerpreis verlieh der Ortrat an Ann-Christin Habel und ihren Vater Christian Habel für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Kinder- und Jugendsport sowie in der Nachwuchsförderung des SSV Kästorf.

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