Unwetter

Starkregen flutet Teile von Braunschweig – Keller unter Wasser

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Starkregen flutet Teile Braunschweigs

Starkregen flutet Teile Braunschweigs

Am Montagnachmittag ist ein Gewitter mit Starkregen über Braunschweig hinweggezogen.

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Braunschweig.  Die Innenstadt war besonders betroffen. Mehr als 100 Keller standen unter Wasser, auch die Magni-Tiefgarage. Die Feuerwehr bewältigte 209 Einsätze.

Eine halbe Stunde lang ist am Montagnachmittag ein Gewitter mit Starkregen über Braunschweig hinweggezogen. In etlichen Straßen konnte die Kanalisation die Regenmengen nicht fassen. Besonders betroffen waren die Innenstadt, das Östliche Ringgebiet, in Teilen auch das Westliche Ringgebiet. Die Salzdahlumer Straße wurde zum Beispiel im Bereich der Eisenbahnbrücken überflutet, ebenso die Helmstedter Straße. Feuerwehrkräfte haben einzelne Autos rausgeschoben, die dort im Wasser liegen geblieben waren.

Mehrere Keller standen unter Wasser, vor allem in Geschäftshäusern in der Innenstadt. Unter anderem bei New Yorker und in der Post an der Friedrich-Wilhelm-Straße. Auch in Fahrstuhlschächten hatte sich Wasser gesammelt.

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Braunschweiger Feuerwehr: 209 Einsätze bis nach Mitternacht

Wie Feuerwehr-Pressesprecher Christian Längle berichtete, war in erster Linie die Innenstadt mit der Fußgängerzone betroffen. Auch im Östlichen und Westlichen Ringgebiet gab es viele Einsätze. Auffällig: Aufgrund der langen Trockenheit waren die Entwässerrungssysteme etlicher Gebäude durch die plötzlich auftretende starke Regenmenge und die dadurch angespülte Verschmutzung überlastet. Durch die Verstopfungen brachen sogar einzelne Fallrohre von Dachentwässerungen auseinander. Dort konnte das Wasser dann ungehindert in die Keller der Gebäude fließen.

Einsatzschwerpunkte waren ihm zufolge zunächst das Marienstift, das Rathaus und die Magni-Tiefgarage, in etwas geringerem Maß auch die Tiefgarage Packhof. Die Wasserstände seien ganz unterschiedlich gewesen – zwischen 10 und 50 Zentimeter. Längle erläuterte, dass spezielle Pumpen im Einsatz gewesen seien, die in kurzer Zeit viel Wasser pumpen können.

Dutzende Einsätze wurden parallel bearbeitet

Die Feuerwehr hatte die Leitstelle laut Längle um einen kleinen Stabsraum erweitert, wo nur die Unwetterlage beobachtet und bearbeitet wurde. „Auch dienstfreie Führungskräfte wurden alarmiert“, sagte er. Um die Vielzahl der Einätze bewältigen zu können, wurden ein abgesetzter Führungsstab bei der Berufsfeuerwehr und zwei örtliche Einsatzleitungen in den dafür vorgesehenen Feuerwehrhäusern Wenden und Querum gebildet.

Schon am frühen Abend wurden bereits 130 Unwettereinsätze bearbeitet. Am Ende waren es dann 209 Einsätze – die letzten Einsatzstellen wurden noch bis nach Mitternacht abgearbeitet. Neben Teileinheiten der Berufsfeuerwehr war die Freiwillige Feuerwehr komplett im Einsatz – insgesamt knapp 400 Einsatzkräfte mit rund 80 Fahrzeugen. Verletzte wurden der Feuerwehr nicht gemeldet.

Gefährlicher Wassereinbruch in der Magni-Tiefgarage

In der Magni-Tiefgarage gab es über die Fallrohre und Belüftungseinrichtungen einen massiven Wassereinbruch. Das ansteigende Wasser gefährdete vornehmlich in der zweiten Ebene elektrische Schaltanlagen sowie abgestellte Elektroautos, die sich im Ladezustand befanden. Insgesamt waren 20 abgestellte Fahrzeuge in diesem Bereich. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Feuerwehr das gesamte Parkhaus. Es bestand die Gefahr eines Stromschlages.

Zum Glück konnte die Feuerwehr den Wasseranstieg stoppen, bevor die stromführenden Einrichtungen erreicht waren – es fehlten nur wenige Zentimeter. Neben den betriebseigenen Pumpen wurden von den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren aus Lamme, Rühme und Lehndorf Tauchpumpen eingesetzt. Auch BS Energy war mit mehreren Mitarbeitern vor Ort.

Nachdem sich die Lage stabilisiert hatte und das Wasser nicht mehr anstieg, konnten die Autos aus der ersten Ebene herausgefahren werden. Kurz nach 18 Uhr konnten auch die Fahrzeuge aus der zweiten Ebene weggefahren werden.

26 Millimeter am Zuckerbergweg innerhalb von 30 Minuten

Dass nicht alle Stadtteile gleichermaßen betroffen sind, zeigen die privaten Wetterstationen: 3 Millimeter Niederschlag in Broitzem, 12 Millimeter im Westlichen Ringgebiet, 20 Millimeter in der Südstadt, 26 Millimeter am Zuckerbergweg. Die Wassermengen fielen innerhalb kürzester Zeit: Am Zuckerbergweg hatte der Regen zum Beispiel um 15.44 Uhr angefangen – bis 16.14 Uhr waren es schon 21 Millimeter, danach kam noch der Rest. Übrigens: Ein Millimeter entspricht einem Liter je Quadratmeter.

Unser Leser Dirk Rühmann saß in der Linie 411, der auf der Salzdahlumer Straße unterwegs war, als der Starkregen die Straße flutete: „Der Bus fuhr einfach durch. Mit dem Auto hätte ich das nicht gemacht.“ Er staunte nicht schlecht: „Ich weiß nicht, woher das ganze Wasser kam.“

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 85 km/h sowie Starkregen mit Niederschlagsmengen bis 25 Liter pro Quadratmeter und Stunde gewarnt. In der Nacht zum Dienstag erwartet der DWD abklingende Schauer und Gewitter. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 18 Grad.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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