Großangelegte Suche nach vermisstem 65-jährigen Wanderer

Riefensbeek.  Insgesamt fast 400 Personen sind seit Freitagabend an einer der umfangreichsten Suchaktionen im Harz beteiligt. Von dem Mann fehlt jede Spur.

Polizei, Feuerwehr, DRK, ASB, Hundestaffeln sowie Mitarbeiter der Forstverwaltung und Nationalpark-Ranger suchen entlang der Wege zur Hanskühnenburg nach einem vermissten 65-jährigen Wanderer.

Polizei, Feuerwehr, DRK, ASB, Hundestaffeln sowie Mitarbeiter der Forstverwaltung und Nationalpark-Ranger suchen entlang der Wege zur Hanskühnenburg nach einem vermissten 65-jährigen Wanderer.

Foto: Feuerwehr Herzberg / HK

Angesichts des Frühlingswetters am Montag mit milden Temperaturen, strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel kann man sich kaum vorstellen, welch geradezu lebensfeindlichen Wetterverhältnisse am Wochenende im Oberharz geherrscht haben: Teilweise etwa 15 Zentimeter Neuschnee fielen in den Nächten, die Temperaturen lagen unter dem Gefrierpunkt, am Boden bildeten sich Eisflächen, heftige Winde tobten oben in rund 700 Meter Höhe.

Das alles erschwerte die großangelegte Suchaktion, die seit Freitagabend im Gebiet zwischen der „Magdeburger Hütte“ und der Hanskühnenburg läuft – eine der größten, die es bislang so im Harz gegeben hat. Fast 400 Personen waren daran mittlerweile beteiligt, Spürhunde und geländegängige Fahrzeuge kamen zum Einsatz ebenso wie Hubschrauber und Drohnen mit Wärmebildkameras. Bislang alles ohne Erfolg: Von dem 65-jährigen Wanderer Klaus F. aus Lübeck fehlt weiterhin jede Spur. Er ist Stammgast eines Hotels in Riefensbeek und hatte sich am Freitag zur Magdeburger Hütte bringen lassen. Von dort wollte er zur Hanskühnenburg wandern und zum Abendbrot zurück in Riefensbeek sein. Zurückgekommen ist er nicht.

Seit der Hotelbesitzer seinen Gast am Freitagabend als vermisst gemeldet hatte, sind Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, DRK und ASB, unterstützt von ortskundigen Forstmitarbeitern und Nationalpark-Rangern, auf der Suche nach ihm. Wegen der massiven Verschlechterung der Wetterverhältnisse in der Freitagnacht mit einsetzendem Schneefall musste der Einsatz um 1 Uhr nachts unterbrochen werden. Am Samstagmorgen wurde die Suche gegen 8.30 Uhr wieder aufgenommen. Die Wege wurden bei Tageslicht erneut nach dem Vermissten abgesucht, eine Spur von ihm fand sich nicht.

Auch am Sonntagnachmittag mussten die Suchmannschaften die Aktion vorübergehend abbrechen: Starke Böen und die Gefahr von Windwurf machten den Aufenthalt im Wald zu gefährlich. Der Wind behinderte auch den Einsatz von Hubschrauber und Drohnen.

Ein Polizeihubschrauber startete am Montagvormittag nochmals von Riefensbeek aus zu einem Suchflug. Teams der Bereitschaftspolizei sowie Hundeführer mit Suchhunden gingen ein weiteres Mal die Wanderwege zur Hanskühnenburg ab. Einer der Spürhunde hatte am Vortag an einer Abzweigung Richtung Sieber kurz verharrt. An dieser Stelle nahmen die Mantrailer-Hunde die Fährte wieder auf. Ob der 65-Jährige diesen anderen Weg genommen hat, ist aber ungewiss. „Eigentlich ist klar, welchen Weg er gehen wollte“, sagt Einsatzleiter Jens Risting von der Osteroder Polizei.

Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus. Der Mann wandere zwar seit 30 Jahren im Harz, doch er ist gesundheitlich angeschlagen. Außerdem war er mit seiner gewöhnlichen Kleidung der Witterung in der Nacht schutzlos ausgesetzt. Ein Mobiltelefon hatte er nicht bei sich.

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