Für guten Zweck

Sonnenzwerge veranstalten Marktplatz-Fest in Herzberg

| Lesedauer: 4 Minuten
Der Verein Harzer Sonnenzwerge will Familien helfen, deren Kinder an DIPG erkrankt sind

Der Verein Harzer Sonnenzwerge will Familien helfen, deren Kinder an DIPG erkrankt sind

Foto: Herma Niemann / HK

Herzberg.  Feiern, Essen und schwerkranken Kindern helfen: Das können Interessierte an diesem Samstag auf dem Herzberger Marktplatz.

Spielen, genießen, lernen und aufmerksam machen: Das möchten die Harzer Sonnenzwerge an diesem Samstag, 24. September, auf dem Herzberger Marktplatz erreichen – und haben dafür viel Hilfe in und um Herzberg bekommen. Der Erlös kommt den betreuten Kindern der Sonnenzwerge zugute.

Für das Fest haben sich so einige Vereine und Helferinnen und Helfer finden lassen, die sich mit Aktionen zu dem Fest ab 15 Uhr angemeldet haben: So haben mutige Kinder die Möglichkeit, bei der Firma Morich aus Bad Lauterberg einen Gabelstaplerführerschein zu machen. Die Harz Weser Werke bieten eine Brandschutzübung an, bei der sich Interessierte auch unter anderem an einem Feuerlöscher üben können. Außerdem wird ein Feuerwehr-Oldtimer mit vor Ort sein. Kinderschminken wird auch angeboten, genau wie zwei Hüpfburgen, eine davon speziell für kleinere Kinder und einer großen Burg.

Von Biker bis Grillmeister

Der Harley Davidson Club Germany wird mit einigen seiner Maschinen vor Ort sein und diese den Besucherinnen und Besuchern vorstellen. „Derzeit ist es noch nicht sicher, jedoch sind die Biker auch dabei, einen Begleitwagen zu organisieren. Sollte das funktionieren, werden Interessierte auch eine Fahrt mit den Motorrädern unternehmen können“, erklärt Sonnenzwerge-Vorsitzender Frank Abraham. Die Motorrad fahrenden Brüder der Windows Sons Germany, zugehörig zum Landhaus Schulze, werden ebenfalls mit ihren Maschinen vor Ort sein und zusätzlich Pommes zur Verpflegung anbieten. Mit Kulmbacher am Markt beteiligt sich der Juesseehilfe-Verein ebenfalls am kulinarischen Angebot. Und auch „The Big Bertha BBQ Crew“ wird am Samstag erneut ihren Grill anheizen.

Spiele und andere Angebote bieten unter anderem auch der MTV Herzberg und die Zukunftswerkstatt. Die musikalische Begleitung übernimmt die Band Quasimodo Knöterich aus Seesen. „Wir werden als Harzer Sonnenzwerge natürlich mit einem Stand, Flyern und kleinen Redebeiträgen vor Ort sein, in denen wir über unseren Verein und die Arbeit berichten.“ Doch neben der Information über die Sonnenzwerge sei dem Verein vor allem eines wichtig: „Wir wollen, dass alle Besucherinnen und Besucher an diesem Tag einfach Spaß haben und die Angebote von 15 bis 18 Uhr nutzen.“

Das sind die Sonnenzwerge

Die Geschichte des kleinen Milan (wir berichteten) dürfte vielen Menschen der Region bereits bekannt sein: Bei Milan wurde am 1. Mai 2021 im Kopf der Tumor DIPG festgestellt, er ist inoperabel, der bösartigste, den es gibt – und endet tödlich. Weltweit gibt es nur ca. 4.000 Fälle dieser Krankheit. Aufgrund ihrer Seltenheit sind Medikamente, die das Leiden der Erkrankten lindern, sehr teuer. Im Falle von Milan kostete eine potenziell vielversprechende Behandlung rund 100.000 Euro. Milans Schicksal bewegte – und führte schließlich zur Gründung der Harzer Sonnenzwerge. Innerhalb weniger Wochen gelang es vergangenes Jahr, das Geld für die Behandlung zu beschaffen. Und auch heute noch setzen sie sich für Kinder wie Milan ein.

„Bei uns geht es damit zwar nicht um die Rettung der Betroffenen, aber wir schenken den Familien wertvolle Zeit“, erklärt Frank Abraham. Denn die gesammelten Spenden werden eingesetzt, um den Familien unter anderem die Medikamente zu ermöglichen, die das Leiden der Kinder lindern. „Wir wollen aber nicht nur den Familien helfen, die wir derzeit betreuen. Das Hilfsnetz bei DIPG ist aufgrund der Seltenheit des Tumors für Betroffene schlecht. Das möchten wir ändern.“

Und auch für den Verein selbst haben sich die Mitglieder hohe Ziele gesetzt: Innerhalb der nächsten drei Jahre möchten sie aus dem Verein eine Stiftung machen. „Derzeit suchen wir noch Stiftungsmitbegründerinnen und -begründer, da man dafür ein Startkapital von 100.000 Euro benötigt – doch das werden wir schaffen“, ist Abraham überzeugt.