Sucht

370 Südharzer Schüler nehmen an Suchtpräventionskurs teil

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Auch das Shisharauchen wurde mit den Jugendlichen in einem der Kurse thematisiert.

Auch das Shisharauchen wurde mit den Jugendlichen in einem der Kurse thematisiert.

Foto: Veranstalter

Herzberg/Osterode.  Jugend-Film-Tage in Herzberg thematisieren verschiedene Arten der Sucht, darunter auch Medien, und lehren den Jugendlichen einen offenen Umgang.

„Bist du frei und unabhängig? Oder bestimmt eine Sucht zumindest zum Teil, dein Leben?“: 370 Schülerinnen und Schüler aus der KGS Bad Lauterberg, der OBS Herzberg, der Realschule auf dem Röddenberg Osterode, der OBS Hattorf, der BBS II Osterode sowie der Wartbergschule Osterode haben in der vergangenen Wochen an drei Tagen einen Parcours zum Thema Nikotin-, Medien- und Alkoholsucht absolviert.

Die Hauptorganisation der JugendFilmTage übernimmt die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention (FSP) zusammen mit dem Netzwerk Suchtprävention in der Region Osterode/Südharz – daneben war auch die Evangelische Jugend Harzer Land beteiligt. Zudem sei das Kino Herzberg als Partner der Jugendfilmtage ein wichtiger Baustein, genau wie die Nicolaigemeinde Herzberg, die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Ziel der Veranstaltung ist es, über die gesundheitlichen Folgen und das Abhängigkeitspotenzial von Rauchen, Alkohol und Medien zu informieren und Jugendliche zu einem risikobewussten und konsum-mindernden Umgang mit Alkohol und Medien zu motivieren, so die Initiatoren. In der Praxis sah das so aus: Im Herzberger Martin-Luther-Haus konnten sie ein Quiz lösen, sich bei Spielen und Mitmach-Aktionen Wissen aneignen, mit den Akteuren über „No-Gos“ in den sozialen Medien ins Gespräch kommen oder mit der „Promille-Brille“ Hindernisse überwinden.

Ein Blick durch diese machte deutlich: Einfach ist das nicht, bei verzerrter Wahrnehmung einen kleinen Ball zu fangen oder die richtige Linie auf dem Boden zu finden, die man doppelt sieht. Wichtig seien aber auch die persönlichen Gespräche am Rande, ist sich das Team einig. So ging es beim Thema Shisha beispielsweise darum, dass Shisharauchen ebenso gefährlich ist wie Zigaretten. Mitunter sogar intensiver, da der Rauch länger im Mund bleibt und tiefer inhaliert wird.

Es entstehen interessante Diskussionen, wenn sich die Jugendlichen mitteilten – auch über die Folgen von Suchtverhalten wie Distanz zu Freunden, das Schwinden von Freiheit und Selbstbestimmung sowie das unter Druck stehen, erzählten die Initiatoren. Anschließend folgte der Weg ins Kino, wo das Quiz aufgelöst wurde, aber auch weitere Gespräche geführt und Feedback eingeholt wurden. Zum Abschluss konnten die Jugendlichen einen der Filme „Ready Player One“ und „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“, „Flugmodus“ oder „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ ansehen.