Judo im Südharz

Drei neue Sportassistentinnen im Judo im Südharz

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Bella Hanzek (in blau) wirft Nele Lühry. Im Hintergrund stehen Sydney Sterzer und Laurina Werner.

Bella Hanzek (in blau) wirft Nele Lühry. Im Hintergrund stehen Sydney Sterzer und Laurina Werner.

Foto: Katharina Franz / HK

Bad Lauterberg.  Laurina Werner, Bella Hanzek und Sydney Sterzer wollen das Judo-Training in Bad Lauterberg mitgestalten

Junge Menschen für ein Ehrenamt begeistern, damit sie Vereinsleben und Training mitgestalten? Die Judo-Abteilungen von MTV Lauterberg und TV Friesen Walkenried haben drei Jugendlichen gerade etwas geboten, damit diese sich an den Verein binden – nicht etwa Geld, sondern vielmehr Wissen und Erfahrung: Bella Hanzek, Sydney Sterzer und Laurina Werner haben einen Sportassistenten im Judo gemacht.

Als Sportassistentinnen unterstützen sie die Übungsleitenden bei der Planung und Durchführung von Übungsstunden. Sie übernehmen zum Beispiel die Anleitung einzelner Trainingsbausteine wie das Aufwärmen oder betreuen Teilgruppen. Die Judoka haben die Ausbildung speziell für Judo gemacht. Dadurch haben sie nicht nur gelernt, wie man eine Sportstunde sinnvoll aufbaut und Gruppen mit Bewegungsspielen beschäftigt, sondern sind auch darauf eingegangen, wie man die Techniken vermittelt. „Man hat sich das selbst angeeignet, aber es anderen zu vermitteln, ist nochmal eine Herausforderung“, erklärt Laurina Werner.

Da die Drei vor allem beim Jugendtraining unterstützen sollen, haben sie bei der Ausbildung insbesondere gelernt, wie man die Bewegungsabläufe spielerisch vermittelt. Denn eines steht fest: Nur wer Spaß am Training hat, bleibt auf Dauer dabei. Darum sei es auch ganz wichtig, Kindern die Angst zu nehmen.

Judo heißt aus dem Japanischen übersetzt zwar in etwa „sanfter Weg“ und ist eine Kampfkunst, die ohne Tritte und Schläge auskommt, aber ein wenig Überwindung gehört schon dazu: Denn beim Judo kann es durchaus passieren, dass man mal durch die Luft fliegt. Um zu gewinnen, versuchen die Partner nämlich, sich gegenseitig zu Boden zu ringen – und das gelingt am besten, wenn man den anderen zu Fall bringt oder sogar auf den Boden wirft.

Fallschule gegen die Angst

Im Training üben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Wurftechniken miteinander – das heißt, jeder und jede fällt mal. Und fallen will gelernt sein. Denn sonst kann es weh tun und Angst entwickelt sich.

Deswegen legen Bella Hanzek, Sydney Sterzer und Laurina Werner viel Wert auf die sogenannte Fallschule: Dabei übt man, sich richtig abzurollen und – vor allem – das Abschlagen zum richtigen Zeitpunkt. Abschlagen bedeutet, dass man mit dem Arm auf die Matte schlägt. Dadurch hält man bestmöglich die Spannung im Körper und fällt nicht wie ein nasser Sack zu Boden. Dann tut der Aufprall kaum weh, bestenfalls gelingt es, die Bewegungsenergie zum Abrollen zu nutzen.

Obwohl die drei Südharzerinnen im Sportassistenten-Lehrgang zu den Jüngsten gehört haben und mit ihrem orangenen Gürtel auch noch nicht so weit in den Graduierungen fortgeschritten waren wie andere, die schon einen grünen oder blauen Gürtel trugen, haben sie festgestellt, dass sie im Vergleich die Grundlagen sicherer beherrschten. „Ich war überrascht, wie viele von den Älteren Probleme mit ganz einfachen Dingen hatten“, erinnert sich Sydney Sterzer.

Das haben die Drei nun als Vorteil erkannt und wollen diesen weitergeben. So lange, wie sie zur Schule gehen, wollen die Mädchen auf jeden Fall auch mit Judo weitermachen und – sofern es zeitlich mit den Hausaufgaben passt – beim Kindertraining unterstützen. Vielleicht wollen sie auch noch weitere Lehrgänge besuchen, zum Beispiel eine Trainerlizenz machen oder Kampfrichter werden. Aber das ist Zukunftsmusik. Erstmal freuen sie sich darauf, das, was sie bei der Sportassistentenausbildung gelernt haben, in den Verein einzubringen und neu gewonnene Kontakte zu Judoka aus anderen Vereinen zu pflegen.

Übrigens lernt man beim Judo auch gleich ein bisschen Japanisch durch die Bezeichnungen für die Würfe. „Das passiert automatisch während des Trainings, Vokabeln lernen oder so braucht man dafür nicht“, sagt Bella Hanzek.

Die Trainingszeiten:

Judo-Training ist montags in der kleinen KGS Sporthalle. Anfänger ab sechs Jahren sind ab 16.30 Uhr dran, fortgeschrittene Kinder bis 16 Jahre treffen sich ab 17.30 Uhr, Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren trainieren ab 19.15 Uhr. Weitere Infos bei den Übungsleitern Roland Möllers (05523/999848) und Jörg Klapproth (015255330536).