Verkehr im Harz

Ein Verkehrsspiegel, in dem man den Verkehr nicht sieht

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Gefährliche Situationen am Brücktor Windhausen: Der Spiegel, in dem nicht erkennbar ist, ob andere Verkehrsteilnehmer durch die Unterführung kommen.

Gefährliche Situationen am Brücktor Windhausen: Der Spiegel, in dem nicht erkennbar ist, ob andere Verkehrsteilnehmer durch die Unterführung kommen.

Foto: Herma Niemann / HK

Teichhütte/Windhausen.  Erst war der Verkehrsspiegel vor dem Brücktor bei Windhausen im Westharz verschwunden, jetzt ist er wieder da – zu sehen ist aber trotzdem nichts.

Mit Hilfe eines Verkehrsspiegels wird normalerweise die Verkehrssicherheit an unübersichtlichen Einmündungen und Ausfahrten verbessert. Unübersichtliche Kreuzungen sowie schlecht einsehbare Ecken können mit Hilfe eines solchen Verkehrsspiegels in den Sichtbereich gerückt werden.

Seit Beendigung der Sanierungsarbeiten auf der L524 zwischen Teichhütte und Windhausen Ende Mai war der vor dem Brücktor in Richtung Windhausen stehende Verkehrsspiegel zunächst lange Zeit verschwunden. Der Spiegel steht dort, weil die Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Bahnhof kommen, nach links durch das nur einspurig befahrbare Brücktor den Verkehr nicht einsehen können.

Verkehrsspiegel zeigt Verkehr nicht

Seit ein paar Wochen ist nun wieder ein Spiegel da. Das Problem: Man kann in dem Spiegel überhaupt nicht sehen, ob von links ein Verkehrsteilnehmer, ob Auto, Motorrad oder Lkw, kommt.

Langsames Herantasten ist angesagt, und selbst, wenn man mit dem Fahrzeug schon halb auf der Straße steht, sieht man nichts. Das haben nicht nur Einwohner unserer Zeitung gegenüber geäußert. Jetzt hat sich Busfahrer Frank Fuhrmann an uns gewandt, der auf der Linie 460 von Osterode nach Clausthal-Zellerfeld fährt.

Busfahrer: „Sehr gefährlich“

Fuhrmann sagt, dass sich inzwischen alle Busfahrerkollegen an den Disponenten des Verkehrsverbunds Süd-Niedersachsen VSN gewandt haben, weil sie die dortige Situation mit dem vorhandenen Spiegel für sehr gefährlich halten.

Laut Aussage des Disponenten, so sagt Fuhrmann, sollen bereits Mitarbeiter der Straßenmeisterei Herzberg die Situation vor Ort angesehen, allerdings bestätigt haben, dass sich der Spiegel in der DIN-Norm befinde und auch die richtige Größe habe.

Viele Grundschüler im Bus

Das können Fuhrmann und seine Kollegen nicht glauben. „Der Spiegel kann nicht richtig sein, man sieht nämlich gar nichts.“ Unter anderem steigen bei ihm mittags oder nachmittags auch die Schüler der Grundschule in Gittelde in den Bus. „Manchmal ist der Bus knacke voll, und wenn ich mir vorstelle, dass ich dann dort vielleicht in eine Situation komme, in der ich eine Vollbremsung machen muss … – undenkbar“, so Fuhrmann, „muss denn immer erst was passieren, damit gehandelt wird?“.

Auf Nachfrage unserer Zeitung beim Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, sagt dieser, dass der Verkehrsspiegel auf der Liste für die Verkehrsschau stehe, die zusammen mit der Polizei und dem Straßenverkehrsamt im Herbst stattfinden soll.

Spiegel wird noch mal geprüft

Auf Nachfrage bei der Straßenmeisterei Herzberg erklärte der Leiter der Straßenmeisterei Braunlage, Marcus Stolze, in Vertretung für Herzberg, dass der Verkehrsspiegel durch die Straßenmeisterei Herzberg über einen Fachhändler beschafft worden sei. Dieser Fachhändler habe bestätigt, dass der Verkehrsspiegel nach den entsprechenden Richtlinien hergestellt worden sei.

Weiter sagt Stolze, dass sich der Fachhändler den Spiegel in den nächsten Tag nochmals anschauen werde. Sollten sich hier Mängel zeigen, werde dieser durch einen den Vorschriften entsprechenden Verkehrsspiegel ausgetauscht.