Herzberg. Pfingsten in Herzberg: Das größte Schützenfest Südniedersachsens lockt. Warum man dabei sein sollte, verraten die Vorsitzende und ihr Stellvertreter.

Das größte Schützenfest Südniedersachsens startet. Über das Pfingstwochenende tobt das Leben in Herzberg - in der Stadt und auf dem Schützenplatz.

  • Der Schützenplatz und die Fahrgeschäfte sind geöffnet von Samstag, 19. Mai, bis Dienstag, 21. Mai 2024
  • Die Fahrgeschäfte und Buden haben täglich geöffnet ab 14 Uhr
  • Samstag, 18. Mai, 14.45 Uhr: Antrommeln auf dem Marktplatz
  • Sonntag, 19. Mai, 14 Uhr: Festumzug
  • Montag, 20. Mai, 14 Uhr: Kinderumzug
  • Dienstag, 21. Mai: Familientag auf dem Schützenplatz, 22 Uhr: Höhenfeuerwerk

Was macht das Schützenfest in Herzberg so besonders?

In einem Interview für den Harz Kurier erklären hier die neue Vorsitzende der Herzberger Schützen, Petra Wawoczny, und ihr Stellvertreter Michael Schall, was das Schützenfest in Herzberg so besonders macht.

Petra Wawoczny, Vorsitzende der Schützengesellschaft Herzberg.
Petra Wawoczny, Vorsitzende der Schützengesellschaft Herzberg. © FMN | Verein

Was macht das Schützenwesen in der Stadt Herzberg so besonders?

Petra Wawoczny: Das Schützenwesen in Herzberg besteht nicht nur aus Tradition, sondern auch aus dem sportlichen Schießen. Schon von 6 bis 11 Jahren können die Kleinsten mit dem Lichtpunktgewehr schießen. Völlig gefahrlos. Das Schießen fördert gerade bei Kindern die Konzentration und Geschicklichkeit. Ab 12 Jahren dürfen die Jugendlichen mit dem Luftgewehr schießen. Erst Auflage und dann Freihand. Ab dem 14. Lebensjahr kommt das Kleinkaliber-Schießen dazu. Wir schießen Wettkämpfe in der Kreisklasse, Kreis- und Bezirksliga und außerdem nehmen wir an der Landesmeisterschaft und der Deutschen Meisterschaft teil.
Das ist nichts für schwache Nerven, macht aber wahnsinnig viel Spaß.

„Das ist nichts für schwache Nerven, macht aber wahnsinnig viel Spaß.“

Petra Wawoczny, Vorsitzende der Herzberger Schützen, zum Sportschießen

Michael Schall: Die Besonderheit des Schützenwesens liegt nicht nur in der langen Tradition, obwohl bereits diese keinen Vergleich zu scheuen braucht: Immerhin besteht die Herzberger Schützengesellschaft schon seit dem Jahr 1538, was bedeutet, dass das 500-Jahr-Jubiläum schon in der Ferne am Horizont erscheint. Ganz besonders wichtig aber ist, und da spreche ich aus eigener Erfahrung, dass neue Mitglieder freundlich und mit offenen Armen aufgenommen werden: Jede und jeder hat von Anfang an das Gefühl, dazuzugehören. Das ist ein Eindruck, der einfach nur schön ist und der jeden Tag des Vereinslebens mit Freude erfüllt. Dazu tragen auch die vielen Veranstaltungen, sowohl geselliger als auch sportlicher Art bei. Wobei man betonen muss, dass selbstverständlich auch der Sport und das dazugehörige Training großgeschrieben wird: Gerade als Anfänger weiß man es wertzuschätzen, dass die Übungsleiterinnen und -leiter sich Zeit nehmen und mit viel Geduld und freundlicher Anleitung dazu beitragen, dass man seine Fertigkeiten entwickelt und ausbaut.

Warum muss man das Schützenfest in Herzberg unbedingt besuchen? 

Petra Wawoczny: Das Schützenfest ist das größte in Südniedersachsen, mit vielen Attraktionen, die man auf keinen Fall versäumen sollte.
Schon als Kind konnte ich es nicht abwarten auf den „Rummel“ zu gehen und bin mit Leidenschaft Autoscooter gefahren. Es gab „Pfingstgeld“ vom Opa, daran erinnere ich mich.
Außerdem bekam ich immer ein neues Kleidchen zu Pfingsten, das ist gerade für Mädchen sehr wichtig, auf dem Schützenfest auch hübsch zu sein.

Michael Schall: Es gibt mehr als einen Grund, das Schützenfest in Herzberg unbedingt zu besuchen. Die Schaustellerbetriebe kommen schon seit vielen Jahren und sind hier immer gern gesehen. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten an, sich zu amüsieren, etwas zu sich zu nehmen oder einfach nur Spaß zu haben. Die Vielfalt der zahlreichen Stände und Fahrgeschäfte, die gute Qualität der Produkte und die Freundlichkeit des Personals, das seine Stammkunden seit Jahren kennt, sind immer wieder beeindruckend. Auch ist das Schützenfest ein beliebter Treffpunkt, um Menschen wiederzusehen, die es aus beruflichen Gründen in alle Welt verschlagen hat und es sich nicht nehmen lassen, zu Pfingsten nach Herzberg zu kommen, um Freunde und Bekannte wiederzutreffen. „Wir treffen uns auf dem Platz“ ist eine beliebte Formel, sich zu verabreden. Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich das von den Schaustellern zum Abschluss des Schützenfestes ausgerichtete Feuerwerk, das seinesgleichen sucht.

„‚Wir treffen uns auf dem Platz‘ ist eine beliebte Formel, sich zu verabreden.“

Michael Schall, über die Bedeutung des Schützenfestes
Michael Schall, stellvertretender Vorsitzender der Herzberger Schützen.
Michael Schall, stellvertretender Vorsitzender der Herzberger Schützen. © FMN | Verein

Auf welche Veranstaltungen freuen Sie sich besonders?

Petra Wawoczny: Ein Höhepunkt, auf den ich mich sehr freue, ist das Schützengericht am Dienstag nach Pfingsten. Es war immer fest in Männerhand, aber vor zwei Jahren wurden die Pforten auch für Frauen geöffnet. Da gab es anfangs zwar Zweifel, ob das von der Öffentlichkeit und von den Schützenbrüdern akzeptiert wird, aber alle waren offen und haben uns in ihren Reihen aufgenommenen. Man muss es einfach erlebt haben, die Stimmung beim Schützengericht. Meine Schützenschwestern und ich freuen uns schon sehr auf die Veranstaltung.

Michael Schall: Mir fällt es schwer zu sagen, auf welche Veranstaltungen des Schützenfestes ich mich besonders freue: Alle Veranstaltungen sind schön und jede ist auf ihre Art etwas Einzigartiges. Besondere Bedeutung haben für mich aber der große Festumzug am Pfingstsonntag (wegen des großen Interesses der Bevölkerung, die an den Straßenrändern zuschaut und der anderen Vereine, die sich am Umzug beteiligen) sowie das Königsessen am Pfingstmontag.

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