Toleranz- und Demokratiekampagne
Gute Gastgeber bekennen Farbe
 Dr. Thomas Gans (links), Manfred Heidergott (5. von links) und Inge Holzigel (2. von rechts) mit einigen teilnehmenden Gastronomen. Foto: Florian Renneberg Von Florian Renneberg
BAD LAUTERBERG. Am 3. September nahmen zehn Gastwirte aus der Kneippstadt die Auszeichnung "Wir sind gute Gastgeber - Dieses Haus steht für Gastfreundschaft und Toleranz" entgegen. Die Kampagne ist Teil des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken".
Durch ihre Teilnahme positionieren sich die Gastwirte für Toleranz und Demokratie und demonstrieren, dass sie fremdenfeindliche und undemokratische Äußerungen in ihren Lokalen nicht dulden.
Mit einem Schild, auf dem sich der Landkreis Osterode und seine Partnerkreise in den jeweiligen Landessprachen gegen Rassismus aussprechen, bekennen sich die Gastronomen zu dem Projekt. "Das alles mag sich selbstverständlich anhören - ist es aber nicht", sagte Bad Lauterbergs Bürgermeister Dr. Thomas Gans während der Übergabe der Schilder im Sitzungssaal des Rathauses.
Nicht zuletzt der Einzug eines Rechtsextremen in den Stadtrat zeige, dass zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und gegen Rassismus notwendig sei. Die Gaststättenkampagne sei dafür bestens geeignet.
Deshalb mache es ihn ein wenig nachdenklich, dass sich nur zehn Gastronomen bereiterklärt hätten, an der Kampagne teilzunehmen - schließlich seien alle Gastronomen der Stadt angeschrieben worden. Das beweise, dass es Nachholbedarf beim Kampf gegen Rechtsextremismus gebe. Den Teilnehmern sprach Dr. Gans ein umso größeres Lob aus: Ihr Engagement verdeutliche das Rückgrat der Gesellschaft. Manfred Heidergott, Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises, zeigte sich mit der Teilnehmerquote zufrieden, stellte jedoch auch fest: "Viele tun sich schwer, mit einem Schild öffentlich für die Sache einzutreten."
Für Cornelia Mangold hingegen war die Teilnahme selbstverständlich: "Ich setze mich gerne für die Demokratie ein", sagte die Betreiberin des Café Mangold.
Sie erinnert sich noch an die große Demo der Rechtsradikalen, die Bad Lauterberg im Jahr 2007 heimgesucht hat. "Das war der rabenschwarzeste Tag, den ich als Geschäftsfrau je erlebt habe", sagte Mangold.
Auch Volker Hahn, Mitglied des Präventionsrats der Stadt, begrüßte das Engagement der Gastronomen. Sie bewiesen Zivilcourage für Bad Lauterberg. Das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" gibt es seit dem Jahr 2011. Es hat zum Ziel, auf lokaler Ebene gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und für Demokratie einzutreten. Im Kreis Osterode zeichnet sich Achim Bröhenhorst von der lokalen Koordinierungsstelle des Landkreises für die Umsetzung verantwortlich. Diese initiierte auch die Gaststättenkampagne, die bereits in Herzberg und Osterode durchgeführt wurde.
Die teilnehmenden Gastronomen in Bad Lauterberg sind: Balkan-Grill bei Miro, Bistro-Pizzeria La Luna, Café Mangold, Harzland Café Trüter, Hotel Riemann, Kurhotel Brohm, Restaurant Goldene Aue, Ristorante Pizzeria Taranto, Sunset Tanzbar und Waldgaststätte Bismarckturm.
HarzKurier, 12. September 2012 |
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