Ein Geschäft in der Herzberger Innenstadt schließt, ein anderes zieht um
„Ausverkauf läuft bis Ende August“
 Was bleibt, sind leere Briefkästen: Die Leerstandsproblematik in Herzberg ist weiterhin ein Thema. Foto: Mark Härtl Von Mareike Koch
HERZBERG. Der „Holland Blumen Discount“ und der Bekleidungsladen „Catwalkers Young Fashion“ in der Herzberger Hauptstraße schließen zum 31. August. Letzterer wird im September in die Bad Lauterberger Innenstadt umziehen. Der HarzKurier befragte die Inhaber nach den Gründen.
Ein „Alles muss raus“-Schild ziert den Laden von Mona Marcovecchio, am Fenster hängt ein großes Schild mit der Aufschrift: „Nachmieter gesucht“. Wie die Inhaberin des Ladens „Catwalkers Young Fashion“ erklärt, lohne sich das Geschäft in Herzberg einfach nicht mehr, deshalb möchte sie ihren Laden Mitte oder Ende September in der Hauptstraße 152b mitten auf dem Lauterberger Boulevard neu eröffnen.
„Der Ausverkauf läuft noch bis etwa Ende August. In Herzberg ist es sehr schwierig, Umsatz zu machen. Man merkt es auch bei den Mitbewerbern, dass alle nur am Schimpfen und Jammern sind“, erklärt Marcovecchio. Sie finde es schade, da sie bei der Eröffnung ihres Ladens in Herzberg bereits viel Geld für eine Renovierung investiert habe. „Aber es geht nun mal um meine Zukunft. Irgendwie muss es ja weitergehen“, sagt sie abschließend. Ein paar Geschäfte höher steht der nächste Leerstand ins Haus. Der „Holland Blumen Discount“ schließt seine Türen ebenfalls Ende des Monats. Wie die Bezirksleiterin Karin Schulten erklärt, seien die Kundenzahlen und damit verbunden der Umsatz in letzter Zeit stark zurückgegangen. „Besonders die Supermärkte haben uns zu schaffen gemacht, die ja schließlich auch alle Schnittblumen im Angebot haben.“ Der Inhaber von „Holland Blumen Discount“, Johannes Glasbergen, formuliert die Gründe für die Schließung noch drastischer: „Die Herzberger Fußgängerzone ist leer geworden. Warum sollen die Leute noch hier einkaufen, wenn kaum noch Geschäfte da sind? Und die Supermärkte sind alle außerhalb der Innenstadt. Wir hatten zwar viele Stammkunden, aber das alleine reicht eben nicht aus.“ Die beiden fest angestellten Mitarbeiterinnen würden in die Filialen in Northeim und Göttingen wechseln.
In den vergangenen Tagen kam außerdem das Gerücht auf, dass auch das „Café Meyer“ in der Herzberger Hauptstraße schließen würde. Der Geschäftsinhaber Jörg Meyer, der sein Hauptgeschäft in Bleicherode führt, dementierte dies allerdings. Er erklärte gestern auf Nachfrage: „Nein, an den Gerüchten ist nichts dran.“
Herzberg ist nicht die einzige Stadt, die mit einer sterbenden Innenstadt zu kämpfen hat. Diese Entwicklung hat, so sagte es Bürgermeister Gerhard Walter im Rahmen der Leerstands-Serie des HarzKurier 2010, mehrere Ursachen. Die Eigentümer der Gebäude in der Hauptstraße würden kaum noch selbst Gewerbe betreiben, sondern verpachten. Die Verkaufsflächen in der Fußgängerzone seien zudem zu klein, um beispielsweise einen Discounter zu halten. „Mehrere Grundstücke müssten zusammengelegt und Gebäude abgerissen werden. In Herzberg gibt es dafür keine Möglichkeit“, erklärte er. Und Experten aus anderen Städten pflichten Walter bei: Die Ausstattung und Fläche der klassischen Ladenlokale würde den heutigen Standards nicht mehr entsprechen. Eigentümer müssten in Vorleistung gehen. Und gerade die Discounter hätten eine starke Marktberechtigung. |
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