Bau einer Fischtreppe am Scholmwehr liegt derzeit auf Eis
Sinnvoll, aber nicht zu finanzieren
 Die Pläne für den Bau einer Fischtreppe am Lauterberger Scholmwehr liegen derzeit auf Eis. Foto: Swenja Tölle von Florian Renneberg
BAD LAUTERBERG. Die Pläne für eine Fischtreppe am Scholmwehr liegen fertig in der Schublade – umgesetzt werden sie aber vorerst nicht. Der Stadt fehlt das Geld für das rund 500 000 Euro teure Bauprojekt.
Bis zum Jahr 2015 sollen Barrieren für Fische und Pflanzen nach Möglichkeit in sämtlichen Flüssen der Europäischen Union abgebaut sein – das fordert die EU in ihrer Wasserrahmenrichtlinie.
In der Praxis ist dieses ambitionierte Ziel für viele Kommunen jedoch zu hoch gesteckt. Bereits im Jahr 2004 kam das Bundesumweltministerium zu dem Schluss, dass bis dahin nur ein kleiner Teil der deutschen Oberflächengewässer die Ziele erreichen wird.
In Bad Lauterberg seien die Planungsphase sowie ein Plangenehmigungsverfahren für eine Fischtreppe am Scholmwehr abgeschlossen, erklärt Annette Gödecke, Leiterin des Fachbereichs Bauwesen und Umwelt. Derzeit liegen die Pläne jedoch auf Eis. Zwar hat die Europäische Union zugesagt, das Projekt mit bis zu 90 Prozent der Kosten zu fördern, aufgrund der zahlreichen Förderanträge, die bei der EU eingegangen sind, sei es jedoch kaum realistisch, dass diese mehr als 75 Prozent der Kosten übernehme, so Gödecke.
Damit kämen Kosten auf die Stadt zu, die sie nicht stemmen kann. Auch Gespräche mit der Königshütte, die das Wasser der Oder zur Stromgewinnung nutzt, konnten die Finanzierung nicht sicherstellen. Klar ist jedoch: Für die Unterhaltungskosten einer Fischtreppe am Scholmwehr würden Stadt und Königshütte gemeinsam aufkommen.
Die Hoffnung, dass es noch zum Bau einer Fischtreppe kommt, hat Annette Gödecke nicht aufgegeben. Voraussetzung sei allerdings ein neues Förderprogramm der EU, das der Stadt eine vollständige Finanzierung zusichere. „Wenn die EU etwas fordert, muss sie auch dafür sorgen, dass es gefördert wird“, sagt Gödecke. An der Stadt würde das Projekt in diesem Fall nicht scheitern. „Eine Fischtreppe ist sinnvoll“, ist Gödecke überzeugt, „und sobald wir grünes Licht haben, kann es losgehen.“ Von heute auf morgen wären die Wanderbarrieren in der Oder freilich auch dann nicht zu beseitigen. Rund eineinhalb Jahre würde es dauern, bis das Projekt abgeschlossen sei, schätzt Gödecke.
HarzKurier: 02. August 2012 |
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