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Osteroder Freimaurer feierten 220-jähriges Bestehen der Loge
Ein letztes Geheimnis soll bleiben


Besuchern wurde am Freitag ein Einblick in den Tempel der Freimaurer in Osterode gewährt. Foto: Christian Dolle
Von Christian Dolle
OSTERODE. Seit 220 Jahren gibt es die Freimaurerloge „Zum Tempel der Eintracht“ in Osterode. Am vergangenen Freitag wurde dieses Jubiläum mit einem Festakt im Ratssaal und anschließend mit einer Besichtigung der Räume der Freimaurer im Rinneschen Haus am Kornmarkt gefeiert.

Zahlreiche Ehrengäste aus der Politik und Vertreter anderer Logen waren gekommen, um am Festakt teilzunehmen. Dabei sei es alles andere als selbstverständlich, dass die Stadt Osterode den Ratssaal für solche Feierlichkeiten zur Verfügung stelle, machte Bürgermeister Klaus Becker in seinem Grußwort deutlich. Doch ein Bund, der „politisch losgelöst seine Ideale verfolgt und sich der Humanität und der Freiheit des Einzelnen verschrieben hat, ist schon etwas Besonderes.“
Zunächst einmal habe die Freimaurerei etwas Geheimnisumwobenes, so Becker, doch den Grundsatz der ständigen Arbeit an sich selbst könne er nur gutheißen. Zudem sei er selbst einmal zu einem sogenannten „Kerzengespräch“ eingeladen worden – hierbei sitzen die Teilnehmer in einem meist abgedunkelten Raum, der erste Redner hält eine brennende Kerze in der Hand und erst wenn er diese weitergibt, kann der nächste Teilnehmer seinen Diskussionsbeitrag einbringen, während alle anderen schweigen.
Er habe diese Struktur als ungewöhnlich und doch positiv im Vergleich zu manch politischen Diskussionen empfunden, erzählte der Bürgermeister und kam zu dem Schluss: „Es trug somit tatsächlich zur Erleuchtung bei.“ Positiv bewertete er, dass sich die Loge nach außen öffne, um mit Vorurteilen aufzuräumen, auch wenn ein letztes Geheimnis natürlich bleiben solle.
Bereits 1772 habe sich ein Freimaurerischer Zirkel in Osterode gegründet, zwanzig Jahre später wurde daraus die heutige Loge, warf der Meister vom Stuhl, Karl-Heinz Weigt, einen Blick in die Vergangenheit. „Die Freimaurerei war immer im Mittelstand angesiedelt“, stellte er heraus, ob ihrer Liberalität wurde man im Dritten Reich verfolgt, heute wisse man wie wichtig es sei, der Öffentlichkeit einen Einblick in die Tätigkeit der Loge zu gewähren.
So gab es nach einem geschichtlichen Abriss durch Heinz Pohl und dem Hinweis auf das Masonikum im Kloster Walkenried am 25. August eine Spende an Karin Agsten und die in den Augen der Freimaurer wichtige Arbeit des Vereins „Frauen für Frauen“. Anschließend wurde in die Räumlichkeiten am Kornmarkt eingeladen.

Nach dem offiziellen Festakt zum 220-jährigen Bestehen der Loge „Zum Tempel der Eintracht“ in Osterode im Ratssaal stellten die Freimaurer interessierten Gästen ihre Räume im Rinneschen Haus am Kornmarkt vor. Die Türen zum Tempel wurden dabei gerne geöffnet, rituelle Symbole wie der raue Stein und der Spitzhammer oder die drei Säulen, die für Weisheit, Schönheit und Stärke stehen, gerne erläutert.
Dass keine Frauen in der hiesigen Loge zugelassen sind, bedeute nur, dass man unter sich sein wolle, frauenfeindlich sei man keinesfalls, zumal es auch reine Frauenlogen gebe. Auch die Grundideale des Bundes – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität – wurden erläutert. Die stetige Arbeit an sich selbst sei das gemeinsame Fundament aller Brüder, es gehe jedoch nicht darum, andere von der eigenen Meinung zu überzeugen. Aus diesem Grund finde man hier auch sowohl die Bibel wie auch den Koran, da persönliche Überzeugungen eines jeden toleriert würden.
Vieles davon war einigen Besuchern bisher nicht bekannt, genau aus diesem Grund wolle man sich öffnen und zeigen, dass man keinesfalls weltfremd oder gar bedrohlich sei, so die Mitglieder. Nur wie genau die Tempelarbeit aussehe, wenn man sich allwöchentlich hier treffe, das würde für immer ein Geheimnis bleiben. Und damit dieses von Außenstehenden nicht gelüftet wird, gebe es auch einen Wächter am Eingang, dessen reich verziertes Schwert auch während dieses Nachmittages an der Wand lehnte.

HarzKurier: 23. Juli 2012
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Jörg Bühre aus Bad Lauterberg schrieb:
24.07.2012, 9:37
"The secret..."
Wahre Werte wollen wahrhaftig und von allen Menschen gelebt werden, sie vertragen weder Heimlichtuerei, noch Rituale und Dünkel. Eine aufgeklärte, sozial denkende und handelnde Zivilgesellschaft lebt ihre Werte frei und eigenverantwortlich und kann dabei die Abwesenheit von Anachronismen gut aushalten.
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