Mit der restaurierten Fachwerkfassade für einen Denkmalpflege-Preis beworben
Neues Gesicht für „Deutschen Kaiser“
.jpg) Bernd Schröder (rechts) erklärt den Mitgliedern der Jury die Arbeiten an der Gebäudefassade. Foto: Florian Renneberg Von Florian Renneberg
HERZBERG. Im „Deutschen Kaiser“ geht es derzeit rund. Zwar werden im Ballsaal noch nicht wieder die Hüften geschwungen, aber die Handwerker füllen das lange Zeit verwaiste Haus wieder mit Leben. Davon überzeugte sich am Dienstagnachmittag auch die Jury des Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege.
Die neuen Eigentümer Petra und Bernd Schröder haben sich mit der restaurierten Schmuckfachwerkfassade des historischen Gebäudes für den vom Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgelobten Preis beworben. Der Besuch der Jury stellt bereits einen Erfolg dar: Von 67 eingegangenen Bewerbungen besuchten die Fachleute nur 13 Objekte persönlich.
Nachdem das Haus in der Hauptstraße 1 rund zehn Jahre lang ungenutzt war, ersteigerte Familie Schröder den „Deutschen Kaiser“ im Januar 2010. Auf das Gebäude stieß Schröder auf der Suche nach einem geeigneten Objekt für seine Facharbeit, die der gelernte Modellbauermeister im Rahmen seiner Fortbildung zum Restaurator im Tischlerhandwerk anfertigen musste. Im Frühjahr 2011 begannen die Arbeiten an der Schmuckfassade, die die Familie generationenübergreifend mit mehreren Tausend Stunden Eigenleistung und der Unterstützung von Handwerksbetrieben aus der Region fertiggestellt hat.
Bis in das ehemals erste Haus am Platz wieder eine Brauerei-Gaststätte einziehen kann und der Festsaal Familienfeiern und großen Festen offen steht, wird es aber noch eine Weile dauern. Auf einen Eröffnungstermin will sich Bernd Schröder nicht festnageln lassen: „Wir machen hier eins nach dem anderen“, schließlich arbeitet er hauptberuflich bei Pleissner, die Arbeiten an dem historischen Gebäude fallen in seine Freizeit. Schröders Tochter macht mittlerweile eine Tischlerlehre bei ihrem Vater, um ihm bei der Restaurierung tatkräftig zur Seite stehen zu können.
„Die Liebe zum Objekt ist größer als der Geldbeutel“, fasst Schröder die Arbeitsvoraussetzungen zusammen. Aus dieser vermeintlichen Not machen die Schröders jedoch eine Tugend. Den Denkmalschutz schreiben sie bei ihren Arbeiten groß, nutzen beispielsweise die Baustoffe, aus denen das Haus besteht. Über die strengen Denkmalschutz-Auflagen beklagt sich Schröder nicht: „Erhaltenswertes für die Nachwelt zu erhalten ist doch sinnvoll.“
Bei der Stadt Herzberg erfährt er für sein Vorhaben große Unterstützung. „Man merkt, dass die Stadt möchte, dass wir das machen“, sagt Schröder. Bis 2014 erhält er Fördermittel der Stadtkernsanierung. Auch der Bürgermeister lobt Schröders Engagement für das Denkmal: „Wenn einer den Preis verdient hat, dann er“, so Gerd Walter anlässlich des Jury-Besuchs.
HarzKurier: 06. Juli 2012 |
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