Kaum Perspektive für die Harzer Wölfe in Sicht
Die Zukunft des Eishockeys im Harz ist offen
BRAUNLAGE. Welche Zukunft hat das Eishockey im Harz, nachdem gegen den Oberligisten ESC Braunlage ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde (der HarzKurier berichtete)? Es verdichten sich die Anzeichen, dass es eine Perspektive im Ligenbetrieb geben könnte, wohl kaum allerdings für die Harzer Wölfe.
Rechtsanwalt Thorsten Hunsalzer von der mit dem Verfahren beauftragten Kanzlei Dr. Eckert verwies nochmals auf die unzureichende Buchhaltung beim ESC. Daher sei auch nicht klar, wie viele Schulden die Wölfe hätten. „Zudem sind die Insolvenzgläubiger nicht verpflichtet, sich zu melden“, ergänzt er.
Generell gäbe es drei Varianten, wie ein Insolvenzverfahren ablaufen könne, erläutert Hunsalzer: „Es gibt ein Quotenmodell, dabei müssten aber alle Gläubiger angeschrieben werden und einer Quote zustimmen. Dafür müsste man jedoch etwas anbieten können, das Vertrauen in den Vorstand müsste stimmen. Das ist in diesem Fall nicht gegeben.“ Eine weitere Möglichkeit sei ein Planinsolvenzverfahren. „Das ist aber immer schwierig, wenn vorher wie in diesem Fall schon Insolvenzen eintraten“, sagt Hunsalzer. Für ihn gebe es daher nur eine Zukunftsvariante: „Es müsste ein neuer Verein gegründet werden, der dann bei Null startet.“ Eben dieses Projekt scheint mit Bernd Wohlmann und Jochen Klaeden treibende Kräfte zu besitzen. Beide hielten sich aber noch bedeckt, was einen neuen Eishockeyclub betrifft.
Wölfe-Vizepräsident Alexander Hokamp glaubt dagegen weiter an eine Sanierung des ESC. „Das macht aber nur Sinn, wenn kein zweiter Verein gegründet würde. In dem Fall würden die Wölfe in Braunlage wohl nie wieder einen Fuß auf den Boden bekommen, man müsste sich die Frage stellen, wozu dann eine Sanierung geschehen soll“, schränkt Hokamp ein.
Die ihm durch Investoren zur Verfügung stehende Summe würde er dann eher in einen zweiten Standort im Harz investieren. Hokamp brachte in diesem Zusammenhang den ESV Schierke ins Spiel. Das Problem: Der ESV besitzt derzeit keine Mannschaft und kein Stadion. Eine Sanierung des Natureisstadions in Schierke ist zudem noch lange nicht beschlossene Sache. rk
HarzKurier: 29. Juni 2012 |