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Dingfeld und Pietz im Gespräche über ihre Hoffnungen an die Kommunalpolitik
Die Grabenkämpfe müssen aufhören

Von Christian Dolle
BAD SACHSA. Immer nur meckern schaffe keine Veränderungen, sagen Günter Dingfeld und Hartfried Pietz. Man müsse aktiv versuchen, in die Geschicke der Stadt einzugreifen. Inzwischen sind sie als parteilose Bürgermitglieder kommunalpolitisch tätig und stellen fest, dass viele Strukturen äußerst festgefahren sind.

Bereits seit etlichen Jahren engagieren sich Pietz und Dingfeld für die Stadt, sagen sie, doch die Ideen der Bürger würden von der Politik kaum aufgenommen. Gerade jetzt habe Pietz in einer Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses wieder die Anregung eingebracht, Bürger am Leitbild für die Stadt zu beteiligen, doch wurde dies nicht einmal ins Protokoll der betreffenden Sitzung aufgenommen. Selbst als er dies in der jüngsten Ausschusssitzung als Missstand beklagte, wurde er seiner Meinung nach kompromisslos zurückgewiesen (der HarzKurier berichtete). „Wenn so etwas nicht im Protokoll steht, hat man als Ratsmitglied keinen Beweis, dass man überhaupt Vorschläge eingebracht hat“, bemängeln beide. Doch es gehe ihnen nicht nur um solche Formalia, sondern um den generellen Umgang im Rat. „Es gibt hier Verhaltensmuster, die alle, die für eine Sache sind, vor den Kopf stoßen“, sagt Dingfeld. Ihm komme es häufig vor als würden Ideen aus der Bevölkerung abgewehrt, nicht ernst genommen oder bestenfalls hinterher als eigene ausgegeben. So könne man keine Politik machen, die die Bürger mitnimmt.

Vorschläge zulassen

Der Weg zum Erfolg gehe nicht nur über die Suche nach Fördermöglichkeiten, sondern müsse private Investoren und alle, die gute Vorschläge haben, mitnehmen, sind sie überzeugt. Gerade was den geplanten Vitalpark angeht, könne man mit dem jetzt veranschlagten Eigenanteil von etwa 400 000 Euro viel mehr zum wirklichen Nutzern für die Stadt umsetzen, als derzeit durch das enge an die EFRE-Mittel gebundene Konzept vorgesehen ist, glaubt Pietz.
Ihm schwebe beispielsweise eine drei Kilometer lange Rodelbahn, die sich im Sommer mit Karts befahren lässt sowie ein Märchenwanderweg mit geschnitzen Holzfiguren vor. Beides könne für relativ wenig Geld verwirklicht werden und sei ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt. „Das würde unseren Ort mehr befruchten als irgendeine Terrasse am Schmelzteich“, sagt er. Dazu müsste man in der Politik allerdings bereit sein, den Menschen zuzuhören, die Menschen müssten merken, dass ihre Meinung interessiert, stimmt Dingfeld zu. Man müsste vielleicht bereit sein, ein Stück weit Macht abzugeben.

Politisches Miteinander

Genau daran, so sein Eindruck, klammere man sich hier allerdings – und das um jeden Preis. Beide hätten den Schritt in die Kommunalpolitik gewählt „weil wir etwas bewegen wollten“, sagen Pietz und Dingfeld. Nach der Wahl im vergangen September war ihr Ziel eine große Koalition aus CDU und SPD, da ihrer Meinung nach so am meisten erreicht werden könnte. Trotz jahrelanger Dispute habe es anfangs sogar danach ausgesehen, als sei ihr ambitioniertes Ziel durchaus greifbar. Genau das habe sie extrem motiviert.
„Da über seinen Schatten zu springen, wenn man seit Jahren im Grabenkampf liegt, nötigt mir Respekt ab“, sagt Dingfeld. Und Pietz fügt hinzu: „Es wäre für uns epochal gewesen.“ Leider wurde letztlich doch nichts daraus, die politischen Gräben konnten nicht überwunden werden, auch in der aktuellen Ratsperiode kämpft man auf beiden Seiten verbissen weiter. Dass dies auch von anderen so empfunden wird, zeigt nicht zuletzt der Rücktritt Hermann Seiferts als Ratsvorsitzender, der ebenfalls die Art, wie in Bad Sachsa Politik gemacht wird, als Grund angab.
Sie hätten beinahe den Eindruck, jene Ratsherren, die für die große Lösung bereit waren, seien bewusst davon abgebracht worden, kritisieren Pietz und Dingfeld. Vielleicht, so mutmaßen sie, haben einige Angst davor, dass sie dann mit offenen Karten spielen müssten und dass bestimmte „Kungeleien“ dann nicht mehr möglich sind. „Wenn die Energie in ein Gegeneinander geht, ist das Ergebnis mäßig“, stellt Dingfeld nüchtern fest, das wäre bei jedem Unternehmen so und gelte auch für die Stadt Bad Sachsa. Doch damit wollen sich beide nicht abfinden.

HarzKurier: 15. Juni 2012
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Andreas Kielholz aus Bad Sachsa schrieb:
18.06.2012, 14:07
Grabenkämpfe
Es ist schon erschreckend, wie gewisse Personen - Jetzt mal ehrlich - , die noch nicht einmal eine Identität preisgeben, über Bad Sachsaer Mitbürger denken, die nur das Beste durch hohen persönlichen Einsatz für den Ort erreichen wollen. Solch eine Aussage kann nicht als Spaß verstanden werden, man sollte vorher darüber nachdenken, wie man sich äußert, da solche Aussagen tief blicken lassen. Dies geschieht leider häufiger in unserem Ort, ohne darüber nachzudenken, welche Folgen solche inhaltslosen Kommentare bewirken können.
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H.Pietz aus Bad Sachsa schrieb:
21.06.2012, 15:19
Re: Grabenkämpfe
Der Kommentar, auf den sich Herr Kielholz bezieht, ist inzwischen gelöscht. Sachliche Argumente wären willkommen, aber für persönliche Angriffe braucht man weniger nachzudenken.
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