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Das Osteroder Unternehmen Kamax unter Druck
Von 500 Beschäftigten bleiben 300

Von Michael Paetzold
Die Restrukturierung der Kamax-Werke in Osterode ist abgeschlossen, das Unternehmen, das 1935 von Rudolf Kellermann gegründet wurde, ist auch weiterhin in Osterode tätig. Allerdings: Von 500 Beschäftigten Ende 2008 bleiben in Osterode nur etwa 300 übrig.

„Ohne diese Maßnahmen wäre der Standort Osterode überhaupt gefährdet gewesen“, erklärte dazu gestern der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Winkel. Die Auswirkungen der Krise hätten dem Unternehmen, das als Zulieferer für die Automobilindustrie mit Schrauben, Radbolzen und anderen angewandten Produkten tätig ist, hart getroffen. Der Umsatz brach um etwa 30 Prozent ein. Und wie sich die Entwicklung auf dem Weltmarkt gestaltet, das sei kaum einzuschätzen. „Das Jahr 2010 wird in jedem Fall schwer für uns“, so der Geschäftsführer. Gerade am Standort Osterode habe man besonderes Pech gehabt, berichtet auch Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Müller, denn hier habe man in großem Umfang als Zulieferer für die Lkw-Branche gearbeitet, die komplett eingebrochen ist. Müller: „Wir müssen alles dransetzen, zunächst das jetzige Niveau zu halten.“ Dementsprechend schlecht ist die Stimmung unter der Belegschaft, obwohl eine einheitliche Abfindungsregelung für alle Betroffenen gefunden wurde. Insgesamt fallen 76 Stellen in den beiden Kamax-Gesellschaften weg. 66 Arbeitsplätze, alle 20 Stellen aus der Zentralgesellschaft und 46 aus dem Werk, werden von Osterode nach Homberg verlagert. 26 Beschäftigte des Produktionsbetriebes Kamax haben ihre Kündigung erhalten, 16 Stellen werden in veränderter Form in Osterode bleiben. Durch die Verlagerung der Zentrale wird Osterode zum reinen Produktionsstandort.
Den Weg in das 200 Kilometer entfernte, in Hessen gelegene Homberg treten wohl nur wenige Mitarbeiter an. „Trotz harter Verhandlungen hat Kamax das Rückkehrrecht beim Wechsel nach Homberg verweigert“, weiß Betriebsratsvorsitzender Müller. Die IG Metall hatte erfolglos gefordert, eine Rückkehr innerhalb eines Jahres in eine Transfergesellschaft zu ermöglichen. Bei einer solchen Entfernung sei es verständlich, wenn nun Beschäftigte einen Wechsel ablehnten, die im Harz Eigentum und Familie haben und in der Region verwurzelt sind. Der Betriebsrat: „Wir hätten die weitere wirtschaftliche Entwicklung gerne noch abgewartet und die Krise mit Kurzarbeit überbrückt.“ Doch der Arbeitgeber habe sich von seinem Kurs nicht abbringen lassen.
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